Casino Mythenquai
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Städtebau
| Architekten | Leutwyler Architekten |
| Landschaft | Appert + Zwahlen |
| Bauherren | COOP / Heinz Häusler AG |
| Bauaufgabe | Bebauungsplan |
| Bauplatz | Städtler Allmend, Cham |
| Jahr | 2011 |
Für ein Casino in Zürich wurde der prestigeträchtige Ort anstelle des heutigen Restaurant-Clubs Aqua vorgesehen. Diese ist am unteren Ende des Hafens Enge situiert, welcher im 19. Jahrhundert durch Arnold Bürkli inklusive ganzes Kopfende des Zürichsees aufgeschüttet und gestaltet wurde. So erhielt Zürich eine Promenade am See, welches für die Öffentlichkeit geplant war.
Da das Programm eines Casinos als solches zuwenig Gewicht enthält für diese prominente Lage im See bietet es sich an, das Projekt als Anlage zu entwerfen, welche den öffentlichen Raum im weiteren Sinne einnimmt und gestaltet. So kann man auch der Tatsache entgegenwirken, dass es auf der Seeseite der Strasse keinen Bebauungsplan gibt, und versuchen durch die Anlage eine Struktur für diesen Uferabschnitt zu generieren.
Da Casino und Hotel als Programm nicht von überragend kultureller Bedeutung sind, ist die Volumetrie auch entsprechend zurückhaltend ausformuliert, um neben der ohnehin schon exponierten Lage nicht zusätzlich als Objekt in Erscheinung zu treten.
Das Projekt setzt sich aus zwei Hauptelement zusammen. Das übergeordnete Element der Promenade entlang des bestehenden Hafens wird durch die untergeordneten orthogonal anstossenden Schiffstege, Gebäudekörper und dem Anlegeplatz des Linienschiffs betont.
Das Programm ist in zwei Körper aufgeteilt. Der Stadt abgewandt liegt das Hotel, welches im Erdgeschoss öffentliche Nutzungen, wie Veranstaltungssaal und Bar aufnimmt. Über diesen sehr transparenten Räumen kommen über zwei Stockwerke die Hotelzimmer zu liegen, die über die Lobby im Westen erschlossen werden. Die Bar auf der Seeseite wird für die Hotelgäste auch als Buffet genutzt.
Der nördliche Flügel, dessen Haupteingang ebenfalls gegen die Promenade im Westen liegt, enthält alle öffentlichen Programmteile. Im Erdgeschoss befinden sich die Smokers Lounge, sowie ein Café und ein Ausstellungsraum. Über das Foyer gelangt man seeseitig in den Treppenkern in der Mitte des Gebäudes, wo eine einladend geschwungene Treppe die Casinobesucher empfängt.
Das Casino erstreckt sich über zwei Stockwerke, wobei das zweite Obergeschoss nur noch eine Ballustrade ist, sodass sich der Raum in der Mitte über zwei Stockwerke erhebt. Im obersten Geschoss schliesslich kommt man gegen die Seeseite ins Restaurant mit wunderbarem Ausblick über den ganzen See und gegen die Uferseite in den Club.
Der Casinotrakt soll als System funktionieren, welches die Besucher zwischen den verschiedenen Stockwerken vermittelt, wo sie sich auf unterschiedlichste Weise unterhalten können.
Das Prinzip der Tragkonstruktion
Das Prinzip der Tragstruktur der Gebäude ist hauptsächlich nach dem Stützen-Platten-System aufgebaut. Im südlichen gelegenen Trakt ist jedoch das Erdgeschoss mit öffentlichen Nutzungen besetzt, die durch Ihre grossen Spannweiten einen Systemwechsel erfordern.
Dies wird durch Doppel-T-Träger bewerkstelligt. So kann das Prinzip der Verwebung verfolgt werden, welches sich in der Versetzung des Öffnungsrasters in den beiden Stirnseiten der Körper wiederspigelt. Primär wird die Last über die Doppel-T-Träger auf die in der Fassade liegenden Unterzüge übertragen. Diese können aufgrund des engen Stützenrasters von 4.8 Metern relative klein dimensioniert werden. Da jedoch zwei Hotelgeschosse über diesen Räumen liegen, müssen die Doppel-T-Träger so platziert werden, dass eine der Lamellen die Last der Stützen aus den Hotelgeschossen abfängt und direkt auf eine in der Fassade liegende Stütze abträgt.
Im Casino sind die Räume in ihrer Weite kleiner dimensioniert, sodass die Systemwechsel relativ klein ausfallen.
Die Materialisierung
Das Gebäude wird soweit wie möglich prefab hergestellt. Dem kommt auch die Wahl der Doppel-T-Träger zugute. Die Stützen sowie die Fassadenelemente, die auch tragende Funktion im Bereich der Arkaden übernehmen, sind vorfabrizierte Betonelemente. Der Kern ist aus Beton gegossen und anschliessend verkleidet.